Zwangsverwaltungsverfahren

Allgemeine Hinweise

Während das Zwangsversteigerungsverfahren dazu führt, dass Grundeigentum verwertet wird und dadurch ein Eigentumswechsel erfolgt, dient das Verfahren der Zwangsverwaltung dazu, die Gläubigerforderung aus den Erträgen eines Grundstücks (z. Bsp. Miete, Pacht) zu tilgen. Die Anordnung erfolgt auf Antrag eines Gläubigers auf Grundlage eines vollstreckbaren Titels. Durch die Beschlagnahme Zwangsverwaltungsobjektes wird dem Eigentümer die Verwaltung und Benutzung des Grundbesitzes entzogen.

Der vom Gericht zu bestimmende Zwangsverwalter hat das Recht und die Pflicht, alle Handlungen vorzunehmen, die erforderlich sind, um den Grundbesitz in seinem wirtschaftlichen Bestand zu erhalten und ordnungsgemäß zu benutzen.

Der Zwangsverwalter

  • führt seine Geschäfte dabei grundsätzlich selbstständig. Bei seinem Handlungsspielraum und seiner wirtschaftlichen Entscheidungsfreiheit unterliegt er einem eigenen pflichtgemäßen Ermessen.
  • hat die Ansprüche, auf die sich die Beschlagnahme erstreckt, auch gegebenenfalls prozessrechtlich geltend zu machen und die für die Verwaltung entbehrlichen Nutzungen in Geld umzusetzen.
  • hat Anspruch auf eine angemessene Vergütung für seine Geschäftsführung sowie auf Auslagensatz.
  • hat jährlich dem betreibenden Gläubiger und dem Vollstreckungsschuldner gegenüber Rechnung zu legen. 

Die Erlöse werden dann nach Abzug der Verwaltungsausgaben sowie der Verfahrenskosten auf die Gläubiger nach einem vom Gericht erstellten Teilungsplan verteilt.

Diese Rechnungslegung ist bei Gericht einzureichen.