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Allgemeine Hinweise zum Nachlassverfahren beim Amtsgericht Halle (Saale)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Erteilung eines Erbscheins, zur Testamentseröffnung oder Ausschlagung einer Erbschaft?

Diese nachstehenden Informationen dienen als allgemeine Hinweise in Vorbereitung  auf eine Nachlassangelegenheit beim Amtsgericht Halle (Saale). Die Sprechzeiten und die Kontaktdaten der Nachlassgeschäftsstellen finden Sie am Seitenende.

Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt hat eine Broschüre zum Thema Erbrecht herausgegeben. Unter folgendem Link kann die Broschüre im PDF-Format abgerufen werden:

Broschüre Erbrecht

Hinweise aus Anlass der Corona Pandemie
Wichtige Informationen finden Sie unter diesem Link.

  • Falls Sie persönlich beim Nachlassgericht Anträge stellen, Ihr Testament in die amtliche Verwahrung geben, es aus der amtlichen Verwahrung nehmen oder Beurkundungen (Ausschlagungserklärungen, Erbscheinsanträge) vornehmen lassen möchten, ist dies grundsätzlich nur nach vorheriger Terminvergabe möglich.
  • Die Kontaktdaten und Durchwahlnummern der Nachlassgeschäftsstellen finden Sie am Ende dieser Seite.

Erbscheinsverfahren

Antrag auf Erteilung eines Erbscheins

Der Antrag auf Erteilung eines Erbscheins kann von den Erben bei einem Notar oder dem Nachlassgericht gestellt werden. Dazu sind folgende Unterlagen beizubringen:

  • Personalausweis oder Reisepass der Antragstellerin oder des Antragstellers
  • Sterbeurkunde der Erblasserin oder des Erblassers
  • alle Testamente der Erblasserin oder des Erblassers im Original
  • Angaben zum Wert des Nachlasses (beachten Sie die Ausfüllhinweise)

Sollte die Erblasserin oder der Erblasser kein Testament hinterlassen haben, ist das Erbrecht durch Personenstandsurkunden (Familienstammbücher) u.a. nachzuweisen. Einzelheiten hängen von den jeweiligen familiären Verhältnissen ab. Grundsätzlich sind folgende Personenstandsurkunden der Erblasserin oder des Erblassers erforderlich:

  • Sterbeurkunde
  • Eheurkunde der letzten Ehe
  • Sterbeurkunde eines vorverstorbenen Ehegatten
  • Scheidungsurteil bei geschiedenen Erblassern
  • Geburtsurkunden der Kinder
  • Sterbeurkunden von verstorbenen Kindern
  • Geburtsurkunden von den Enkeln, die an die Stelle der vorverstorbenen Kinder treten

Sollte die Erblasserin oder der Erblasser keine Abkömmlinge hinterlassen haben, oder sollten sich die Verwandtschaftsverhältnisse aus anderen Gründen unübersichtlich gestalten, ist eine vorherige Rücksprache bei einer Notarin bzw. Notar oder dem Nachlassgericht zweckmäßig.

Alle Personenstandsurkunden sind im Original oder in beglaubigter Kopie vorzulegen.

Alle Informationen sind in diesem Infoblatt nochmals für Sie zusammengestellt. Bringen Sie dieses Blatt bitte bei jeder Vorsprache beim Nachlassgericht mit.

Erteilung einer Vollmacht für das Erbscheinsverfahren

Zur Beschleunigung des Verfahrens zur Erteilung eines Erbscheines kann jede erbende Person einer anderen miterbenden Person oder einer sonstigen dritten Person die schriftliche Vollmacht erteilen, einen entsprechenden Antrag bei Gericht zu stellen. In diesem Fall müssen Sie nicht persönlich beim Nachlassgericht erscheinen und eine Anhörung durch das Gericht entfällt. Der Erbschein kann dadurch im Regelfall schneller erteilt werden.

Erklärungen, die die bevollmächtigte Person in Ihrem Namen abgibt, müssen Sie gegen sich gelten lassen, solange die Vollmacht nicht gegenüber dem Gericht widerrufen wird.

Soweit Sie mit der Vollmacht zugleich auf eine Beteiligung am Erbscheinsverfahren verzichten, hat das auf die mögliche Erbquote und die Verteilung des Nachlasses keinen Einfluss.

Sie verzichten damit nicht auf das Erbe!

Die Vollmacht ist von Ihnen zu unterzeichnen und bei dem Gericht im Original einzureichen. Dies kann auch dadurch erfolgen, dass Sie die Vollmacht der von Ihnen bevollmächtigten Person mitgeben und diese sie dann bei der Beantragung des Erbscheines bei Gericht vorlegt. Zum Nachweis dafür, dass die Vollmacht tatsächlich von Ihnen stammt, müssen Sie dieser Vollmacht eine Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses beifügen.

Die Erblasserin oder der Erblasser hatte den letzten gewöhnlichen Aufenthalt nicht im Gerichtsbezirk des Amtsgericht Halle (Saale).

Die Beantragung des Erbscheines kann bei jeder Notarin und jedem Notar erfolgen.

Das Amtsgericht Halle (Saale) kann den Antrag und die damit verbundene eidesstattliche Versicherung nur aufgrund eines Ersuchens durch das zuständige Nachlassgericht beurkunden.

Hierfür ist der folgende Vordruck "Antrag auf Erteilung Erbschein" an das zuständige Nachlassgericht (Amtsgericht in dessen Bezirk die Erblasserin bzw. der Erblasser den letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte) zu übersenden.

Die Erblasserin oder der Erblasser hatte den letzten gewöhnlichen Aufenthalt im Gerichtsbezirk des Amtsgericht Halle (Saale), ich beabsichtige den Antrag auf Erteilung eines Erbscheins bei meinem Wohnsitzgericht zu stellen.

Die Beantragung des Erbscheines kann auch hier bei jeder Notarin oder jedem Notar erfolgen.

Das Nachlassgericht beim Amtsgericht Halle (Saale) kann jedes Amtsgericht ersuchen, den Antrag auf Erteilung eines Erbscheins und die damit verbundene eidesstattliche Versicherung zu beurkunden.

Hierfür ist der folgende Vordruck "Antrag auf Erteilung eines Erbscheins beim Wohnsitzgericht" an das Nachlassgericht beim Amtsgericht Halle (Saale) zu übersenden.

Wie kann eine Erbschaft ausgeschlagen werden?

Sie können die Erbschaft ausschlagen, in dem Sie

  • eine Ausschlagungserklärung mit Unterschriftsbeglaubigung durch eine Notarin oder einen Notar an das Nachlassgericht einreichen oder bei Ihrem Nachlassgericht vorsprechen.
  • persönlich zum Nachlassgericht Halle (Saale) kommen und die Erbausschlagung erklären.
  • persönlich die Ausschlagungserklärung bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht abgeben.

Bei persönlichem Erscheinen sind mitzubringen:

  • amtliches Ausweisdokument der antragstellenden Person

Die Gebühr wird nach dem Nachlasswert berechnet. Die Mindestgebühr beträgt 30,00 €.

Die Erklärung muss innerhalb der Ausschlagungsfrist beim Nachlassgericht Halle eingehen.

Die Frist beträgt 6 Wochen ab Kenntnis vom Anfall der Erbschaft.

Die Ausschlagungsfrist beginnt mit Kenntnis vom Anfall und dem Grunde der Berufung. Bei Berufung durch Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) beginnt die Frist nicht vor Eröffnung der Verfügung durch das Gericht.

Die Frist beträgt 6 Monate bei Auslandsaufenthalt zu Beginn der Frist.

Falls Sie die Erbschaft – als gesetzliche erbberechtigte Person- ausschlagen, dann teilen Sie bitte auch gleich die Anschriften Ihrer Kinder mit, da diesen nun der Erbanteil zufällt.

Für minderjährige Kinder muss die gesetzlich vertretende Person (die Eltern, der verwitwete Vater, die verwitwete Mutter, die Vomundschaftinhabende Person) die Erbschaft ausschlagen. Gleiches gilt für ungeborenen Kinder, welche zum Zeitpunkt des Erbfalls bereits gezeugt waren. Die familiengerichtliche bzw. vormundschaftsgerichtliche Genehmigung, die in der Regel benötigt wird, ist innerhalb der Ausschlagungsfrist dem Nachlassgericht einzureichen.

Nach Ablauf der Ausschlagungsfrist gilt die Erbschaft als angenommen, mit der Folge, dass das gesamte Vermögen der Erblasserin oder des Erblassers (auch etwaige Schulden) auf den oder die Erben übergeht.

örtliche Zuständigkeit

Das für Sie zuständige Amtsgericht können Sie unter folgendem Link nachschauen:

Orts- und Gerichtverzeichnis der Justiz

Testamentsverfahren

Die Erblasserin oder der Erblasser hat ein Testament hinterlassen

Nach dem Tod einer Erblasserin oder eines Erblassers (Verstorbene Person) sind alle Testamente beim Nachlassgericht abzuliefern. Das Nachlassgericht hat die abgelieferten Testamente und die in amtlicher Verwahrung befindlichen Testamente zu eröffnen.

Dem Nachlassgericht sind folgende Angaben zu machen:

  • Namen und Adressen der Erben (soweit bekannt)
  • Namen und Adressen der gesetzlichen Erben (Personen, die erben würden, wenn das  Testament nicht vorhanden wäre)
  • Wert des Nachlasses (soweit bekannt)

Sprechzeiten, Räumlichkeiten und Erreichbarkeit Nachlassabteilung

Das Nachlassgericht befindet sich im Erdgeschoss, hinter der Gerichtszahlstelle.

Bitte beachten Sie, dass Sie grundsätzlich vor Ihrem Besuch einen Termin vereinbaren müssen.

Sprechzeiten Allgemein:

Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag:
09:00 bis 12:00 Uhr

Dienstag:
09:00 bis 12:00 Uhr und 15:00 bis 17:00 Uhr

Zusätzliche Telefonsprechzeiten zur Terminvereinbarung:

Montag bis Donnerstag:

13:00 bis 14:00 Uhr

Die für Sie zuständige Geschäftsstelle richtet sich nach dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens der oder des Verstorbenen.

Kontaktdaten der Nachlassgeschäftsstellen:

Buchstaben A, G, H, I, Q, X, Y

Telefon: +49 345 220-5319
Telefax: +49 345 220-5030

Buchstaben C, D, J, K

Telefon: +49 345 220-5427
Telefax: +49 345 220-5030

Buchstaben F, O, P, W, Z

Telefon: +49 345 220-5170
Telefax: +49 345 220-5030

Buchstaben B, L, V

Telefon: +49 345 220-5206
Telefax: +49 345 220-5030

Buchstaben E, M, R, T

Telefon: +49 345 220-4123 (ehemals -4142)
Telefax: +49 345 220-5030

Buchstaben N, S, U

Telefon: +49 345 220-5132
Telefax: +49 345 220-5030

Hausanschrift

Amtsgericht Halle (Saale)
Thüringer Straße 16
06112 Halle (Saale)

Telefon und Fax Vermittlung

Telefon: +49 345 220-​0
Telefax: +49 345 220-​5030

DE-Mail

ag-halle-saale(at)egvp.de-mail.de
Diese DE-Mail Adresse kann nur mit einem
DE-Mail Account des Absenders benutzt
werden!

Wichtige Hinweise zum elektronischen Rechtsverkehr

  1. Wirksame Anträge können, unter Berücksichtigung der rechtlichen Voraussetzungen, nur via Elektronischen Gerichts- und Verwaltungspostfach (mit qualifizierter elektronischer Signatur) oder DE-Mail gestellt werden.
  2. Zulässige Dateiversionen sind nur "PDF" und "Tiff"! Übersenden Sie bitte keine Word Dokumente.
  3. Bei Kontaktaufnahme via e-Mail geben Sie bitte immer Ihre vollständige Postadresse an!
    Anfragen zu personen- bzw. verfahrensbezogenen Daten werden ausschließlich auf dem Postweg beantwortet.
  4. Ausführliche Hinweise zum elektronischen Rechtsverkehr erhalten Sie unter diesem Link.