Allgemeine Hinweise zum Nachlassverfahren beim Amtsgericht Halle (Saale)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Erteilung eines Erbscheins, zur Testamentseröffnung oder Ausschlagung einer Erbschaft?

Diese nachstehenden Informationen dienen als allgemeine Hinweise in Vorbereitung  auf eine Nachlassangelegenheit beim Amtsgericht Halle (Saale). Die Sprechzeiten und die Kontaktdaten der Nachlassgeschäftsstellen finden Sie am Seitenende.

Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt hat eine Broschüre zum Thema Erbrecht herausgegeben. Unter folgendem Link kann die Broschüre im PDF-Format abgerufen werden:

Broschüre Erbrecht

Erbscheinsverfahren

Der Antrag auf Erteilung eines Erbscheins kann von den Erben bei einem Notar oder dem Nachlassgericht gestellt werden. Dazu sind folgende Unterlagen beizubringen:

Sollte der Erblasser kein Testament hinterlassen haben, ist das Erbrecht durch Personenstandsurkunden (Familienstammbücher) u.a. nachzuweisen. Einzelheiten hängen von den jeweiligen familiären Verhältnissen ab. Grundsätzlich sind folgende Personenstandsurkunden erforderlich:

  • Sterbeurkunde des Erblassers
  • Eheurkunde der letzten Ehe des Erblassers
  • Sterbeurkunde eines vorverstorbenen Ehegatten des Erblassers
  • Scheidungsurteil bei geschiedenen Erblassern
  • Geburtsurkunden der Kinder des Erblassers
  • Sterbeurkunden von vor dem Erblasser verstorbenen Kindern
  • Geburtsurkunden von den Enkeln des Erblassers, die an die Stelle der vorverstorbenen Kinder treten

Sollte der Erblasser keine Abkömmlinge hinterlassen haben, oder sollten sich die Verwandtschaftsverhältnisse aus anderen Gründen unübersichtlich gestalten, ist eine vorherige Rücksprache bei einem Notar oder dem Nachlassgericht zweckmäßig.

Alle Personenstandsurkunden sind im Original oder in beglaubigter Kopie vorzulegen.

Alle Informationen sind in diesem Infoblatt nochmals für Sie zusammengestellt. Bringen Sie dieses Blatt bitte bei jeder Vorsprache beim Nachlassgericht mit.

Der Erblasser hatte seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt nicht im Gerichtsbezirk des Amtsgericht Halle (Saale)

Die Beantragung des Erbscheines kann bei jedem Notar erfolgen.

Das Amtsgericht Halle (Saale) kann den Antrag und die damit verbundene eidesstattliche Versicherung nur aufgrund eines Ersuchens durch das zuständige Nachlassgericht beurkunden.

Hierfür ist der folgende Vordruck "Antrag auf Erteilung Erbschein" an das zuständige Nachlassgericht (Amtsgericht in dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte) zu übersenden. 

 

Wie kann eine Erbschaft ausgeschlagen werden?

Sie können die Erbschaft ausschlagen, in dem Sie

  • eine Ausschlagungserklärung mit Unterschriftsbeglaubigung durch einen Notar an das Nachlassgericht einreichen oder bei Ihrem Nachlassgericht vorsprechen.
  • persönlich zum Nachlassgericht Halle (Saale) kommen und die Erbausschlagung erklären.
  • persönlich die Ausschlagungserklärung bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht abgeben.

Die Gebühr wird nach dem Nachlasswert berechnet. Die Mindestgebühr beträgt 30,00 €.

Die Erklärung muss innerhalb der Ausschlagungsfrist beim Nachlassgericht Halle eingehen.

Die Frist beträgt 6 Wochen ab Kenntnis vom Anfall der Erbschaft.

Die Ausschlagungsfrist beginnt mit Kenntnis vom Anfall und dem Grunde der Berufung.Bei Berufung durch Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) beginnt die Frist nicht vor Eröffnung der Verfügung durch das Gericht.

Die Frist beträgt 6 Monate bei Auslandsaufenthalt zu Beginn der Frist.

Falls Sie die Erbschaft – als gesetzlicher Erbe- ausschlagen, dann teilen Sie bitte auch gleich die Anschriften Ihrer Kinder mit, da diesen nun der Erbanteil zufällt.

Für minderjährige Kinder muss der gesetzliche Vertreter (die Eltern, der verwitwete Vater, die verwitwete Mutter, der Vormund) die Erbschaft ausschlagen. Die familiengerichtliche bzw. vormundschaftsgerichtliche Genehmigung, die in der Regel benötigt wird, ist innerhalb der Ausschlagungsfrist dem Nachlassgericht einzureichen.

Nach Ablauf der Ausschlagungsfrist gilt die Erbschaft als angenommen, mit der Folge, dass das gesamte Vermögen des Erblassers (auch etwaige Schulden) auf den oder die Erben übergeht.

Erteilung einer Vollmacht für das Erbscheinsverfahren

Zur Beschleunigung des Verfahrens zur Erteilung eines Erbscheines kann jeder Erbe einem anderen Miterben oder sonstigem Dritten die schriftliche Vollmacht erteilen, einen entsprechenden Antrag bei Gericht zu stellen. In diesem Fall müssen Sie nicht persönlich beim Nachlassgericht erscheinen und eine Anhörung durch das Gericht entfällt. Der Erbschein kann dadurch im Regelfall schneller erteilt werden.

Erklärungen, die der Bevollmächtigte in Ihrem Namen abgibt, müssen Sie gegen sich gelten lassen, solange die Vollmacht nicht gegenüber dem Gericht widerrufen wird.

Soweit Sie mit der Vollmacht zugleich auf eine Beteiligung am Erbscheinsverfahren verzichten, hat das auf die mögliche Erbquote und die Verteilung des Nachlasses keinen Einfluss.

Sie verzichten damit nicht auf das Erbe!

Die Vollmacht ist von Ihnen zu unterzeichnen und bei dem Gericht im Original einzureichen. Dies kann auch dadurch erfolgen, dass Sie die Vollmacht dem von Ihnen Bevollmächtigten mitgeben und dieser sie dann bei der Beantragung des Erbscheines bei Gericht vorlegt. Zum Nachweis dafür, dass die Vollmacht tatsächlich von Ihnen stammt, müssen Sie dieser Vollmacht eine Kopie Ihres Personalausweises oder Reisepasses beifügen.

Der Erblasser hat ein Testament hinterlassen

Nach dem Tod eines Erblassers (Verstorbener) sind alle Testamente beim Nachlassgericht abzuliefern. Das Nachlassgericht hat die abgelieferten Testamente und die in amtlicher Verwahrung befindlichen Testamente zu eröffnen.

Dem Nachlassgericht sind folgende Angaben zu machen:

  • Namen und Adressen der Erben (soweit bekannt)
  • Namen und Adressen der gesetzlichen Erben (Personen, die erben würden, wenn das  Testament nicht vorhanden wäre)
  • Wert des Nachlasses (soweit bekannt)

Sprechzeiten Nachlassabteilung

Montag: 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Dienstag:09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
15:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Mittwoch: 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Donnerstag: 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Freitag: 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
                                                                                                                  

Räumlichkeiten und Erreichbarkeit Nachlassgeschäftsstellen

Das Nachlassgericht befindet sich im Erdgeschoss, hinter der Gerichtszahlstelle.

Benutzen Sie bitte den Automaten für die Aufrufmarken. Die Zuständigkeit erfolgt durch den Nachnamen des Verstorbenen. Den jeweiligen Buchstaben finden Sie auf dem Automaten.

Bei Anrufen teilen Sie der Vermittlung bitte mit, dass Sie die "Abteilung für Nachlassangelegenheiten" sprechen möchten.

Geschäftsstelle
Telefon:+49 345 220-0
Raum:Bitte an der Information des Justizzentrums Halle erfragen
Allgemein
Telefax:+49 345 220-5030
Telefon Zentrale:+49 345 220-0
EGVP:WebEGVP
DE-Mail:govello-1307448530392-000289545(at)egvp.de-mail.de
Diese DE-Mail Adresse kann nur mit einem DE-Mail Account des Absenders benutzt werden!
                                                                                                                        

Wichtige Hinweise ERV

  1. Wirksame Anträge können, unter Berücksichtigung der rechtlichen Voraussetzungen, nur via EGVP (mit qualifizierter elektronischer Signatur) oder DE-Mail gestellt werden.
  2. Zulässige Dateiversionen sind nur "PDF" und "Tiff"! Übersenden Sie bitte keine Word Dokumente.
  3. Bei Kontaktaufnahme via e-Mail geben Sie bitte immer Ihre vollständige Postadresse an!
    Anfragen zu personen- bzw. verfahrensbezogenen Daten werden ausschließlich auf dem Postweg beantwortet.